Xiaomi Redmi 12C im Test: Wie gut ist das 100-Euro-Handy?
Das Xiaomi Redmi 12C gehört zu den günstigsten Smartphones der Redmi-Reihe. Es richtet sich an Nutzer, die ein großes Display, eine lange Akkulaufzeit und grundlegende Smartphone-Funktionen suchen, ohne viel Geld auszugeben. Je nach Speichergröße und Händler liegt der Preis neu häufig um 100 Euro, gebrauchte Geräte sind teils günstiger.
Für diesen Betrag darf man kein High-End-Handy erwarten. Das Redmi 12C setzt auf einen einfachen LCD-Bildschirm, einen älteren MediaTek-Prozessor und eine eher langsame Ladefunktion. Dafür bietet es eine solide Grundausstattung mit 4G, Fingerabdrucksensor, Kopfhöreranschluss und großem Akku.
Im Test zeigt sich ein typisches Einsteigergerät mit klaren Stärken und nachvollziehbaren Kompromissen. Für Telefonie, Messenger, Streaming und gelegentliche Schnappschüsse reicht die Leistung aus. Wer häufig spielt, eine besonders scharfe Anzeige erwartet oder langfristig viele Softwareupdates benötigt, sollte genauer hinsehen.
Entscheidend ist deshalb weniger die Frage, ob das Redmi 12C gut oder schlecht ist. Wichtiger ist, ob Ausstattung und Einschränkungen zum eigenen Nutzungsprofil passen und ob der aktuelle Preis im Vergleich zu anderen günstigen Smartphones attraktiv bleibt.
Ausstattung Und Preis
Das Redmi 12C wird meist mit 3 oder 4 GB Arbeitsspeicher sowie 32, 64 oder 128 GB internem Speicher angeboten. Die größere Speichervariante ist im Alltag deutlich angenehmer, da Android, Apps und Fotos schnell Platz beanspruchen. Über eine microSD-Karte lässt sich der Speicher erweitern.
Zum Marktstart war das Gerät ein klassisches 100-Euro-Handy. Heute schwanken die Preise stärker, weil Restbestände, gebrauchte Modelle und regionale Versionen parallel angeboten werden. Vor dem Kauf lohnt ein Blick auf die genaue RAM-Speicher-Kombination und den Lieferumfang.
Bei auffällig günstigen Onlinepreisen sollte außerdem geprüft werden, ob ein Netzteil, eine deutsche Bedienoberfläche und eine Händlergarantie enthalten sind. Auch themenfremde Online-Angebote mit aggressiven Rabattversprechen zeigen, warum ein seriöser Anbieter und transparente Preisangaben wichtig sind.
Display Und Gehäuse
Das 6,71 Zoll große LCD bietet eine Auflösung von 1.650 × 720 Pixeln. Schriften und Symbole wirken dadurch weniger fein als bei Full-HD-Smartphones, für Videos, Nachrichten und Webseiten reicht die Darstellung jedoch aus. Die Helligkeit ist eher durchschnittlich, weshalb die Ablesbarkeit bei direkter Sonne begrenzt sein kann.
Das Kunststoffgehäuse fühlt sich robust an und liegt dank der leicht strukturierten Rückseite sicher in der Hand. Mit seinem großen Bildschirm ist das Redmi 12C allerdings kein besonders kompaktes Handy. Wer unterwegs viel im Freien nutzt, achtet meist auch auf widerstandsfähiges Zubehör; selbst ein kompakter Regenschirm kann dabei praktischer sein als eine empfindliche Tasche ohne Schutz.
Eine Bildwiederholrate von 60 Hertz entspricht dem einfachen Preisniveau. Animationen wirken weniger flüssig als bei neueren Geräten mit 90 oder 120 Hertz, die Bedienung bleibt aber grundsätzlich zuverlässig.
Tempo Und Speicher
Im Inneren arbeitet der MediaTek Helio G85. Für WhatsApp, E-Mails, Navigation, YouTube und Onlinebanking genügt der Chipsatz. Apps starten nicht immer sofort, und beim Wechsel zwischen mehreren Anwendungen macht sich der knappe Arbeitsspeicher bemerkbar.
Einfache Spiele laufen akzeptabel, anspruchsvolle 3D-Titel verlangen dagegen reduzierte Grafikeinstellungen. Auch die Speichertechnik ist nicht auf Spitzenniveau. Das erklärt die gelegentlichen Wartezeiten, verhindert aber keine normale Alltagsnutzung.
Wer viele Bilder, Videos oder große Apps speichert, sollte zur 128-GB-Version greifen. Die microSD-Erweiterung ist praktisch für Medien, ersetzt aber keinen schnellen internen Speicher für Apps.
Vergleich Im Budgetsegment
In der günstigsten Preisklasse konkurriert das Redmi 12C mit älteren Samsung-, Motorola- und Realme-Modellen. Auch Geräte aus der Acer-Smartphone-Übersicht können bei Sonderangeboten interessant sein, wobei Verfügbarkeit und Softwarepflege stark vom jeweiligen Modell abhängen.
Die folgende Einordnung bezieht sich auf typische Eigenschaften dieser Preisklasse. Je nach Händler, Speichergröße und Aktionspreis können sich die Werte unterscheiden.
| Merkmal | Xiaomi Redmi 12C | Typisches 100-Euro-Handy |
|---|---|---|
| Display | 6,71 Zoll, HD+ LCD | etwa 6,5–6,7 Zoll, HD+ |
| Prozessor | MediaTek Helio G85 | Einsteiger-Chipsatz |
| Hauptkamera | 50 Megapixel | etwa 13–50 Megapixel |
| Akku | 5.000 mAh | meist 5.000 mAh |
| Laden | 10 Watt, Micro-USB | 10–18 Watt |
| Mobilfunk | 4G | 4G, selten 5G |
| Speichererweiterung | Ja, per microSD | häufig vorhanden |
Der Vergleich zeigt, dass Xiaomi beim Akku und bei der Hauptkamera ordentlich aufgestellt ist. Der veraltete Micro-USB-Anschluss und das langsame Laden wirken im Vergleich zu neueren Modellen jedoch klar überholt.
Kamera, Akku Und Verbindungen
Die 50-Megapixel-Hauptkamera liefert bei Tageslicht brauchbare Fotos mit kräftigen Farben. Feine Details gehen teilweise verloren, besonders wenn das Licht nachlässt. Nachtaufnahmen, Gegenlicht und schnelle Bewegungen gehören nicht zu den Stärken des Geräts. Die Frontkamera mit 5 Megapixeln reicht für Videotelefonie und gelegentliche Selfies.
Der 5.000-mAh-Akku ist der überzeugendste Bestandteil des Redmi 12C. Bei moderater Nutzung sind rund zwei Tage möglich, bei intensiver Verwendung meist ein kompletter Tag. Das Aufladen über Micro-USB mit lediglich 10 Watt dauert allerdings deutlich länger als bei aktuellen Mittelklasse-Handys.
Für mobile Daten steht 4G zur Verfügung. WLAN, Bluetooth, GPS und ein 3,5-mm-Kopfhöreranschluss sind vorhanden. NFC ist je nach regionaler Version nicht garantiert, weshalb kontaktloses Bezahlen vor dem Kauf ausdrücklich geprüft werden sollte.
Die Stärken Des Redmi 12C
Die wichtigsten Vorteile zeigen sich im täglichen Gebrauch und beim Blick auf die Betriebskosten:
- großer Bildschirm für Videos, Nachrichten und Webseiten
- ausdauernder 5.000-mAh-Akku
- brauchbare Tageslichtfotos mit der 50-Megapixel-Kamera
- microSD-Steckplatz und Kopfhöreranschluss
- solide Grundgeschwindigkeit für einfache Anwendungen
Xiaomi liefert damit ein Gerät, das die grundlegenden Aufgaben zuverlässig abdeckt. Besonders für ältere Nutzer, Kinder oder als Zweithandy kann die Kombination aus großem Display und ausdauerndem Akku sinnvoll sein.
Auch der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite ist praktisch. Er arbeitet nicht immer so schnell wie bei teureren Smartphones, erleichtert aber die Entsperrung im Alltag.
Grenzen Und Kaufurteil
Vor dem Kauf sollten diese Nachteile in die Entscheidung einfließen:
- nur HD+-Auflösung und durchschnittliche Displayhelligkeit
- langsames Laden über einen Micro-USB-Anschluss
- begrenzte Leistungsreserven bei Spielen und Multitasking
- unklare Updateperspektive im Vergleich zu aktuellen Modellen
- NFC je nach Version möglicherweise nicht vorhanden
Das Redmi 12C ist dann empfehlenswert, wenn der Preis tatsächlich nahe 100 Euro liegt und vor allem Basisfunktionen gefragt sind. Für Messenger, Telefonie, Streaming, Navigation und gelegentliche Fotos erfüllt es seinen Zweck. Bei einem deutlich höheren Preis verlieren die Vorteile an Gewicht, weil modernere Geräte schneller laden und länger mit Updates versorgt werden.
Wer ein günstiges, großes und ausdauerndes Smartphone sucht, erhält mit dem Redmi 12C ein funktionales Einsteigergerät. In Erinnerung bleiben sollten vor allem der starke Akku und der niedrige Preis – aber auch der alte Anschluss, das einfache Display und die begrenzte Zukunftssicherheit.